Schwerpunktschule

Die Realschule plus Kirchheimbolanden erfüllt den Auftrag zur individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler durch ihr Selbstverständnis, dem integrativen Konzept zu folgen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler so lange wie möglich in einer sozialen Lerngemeinschaft zu unterrichten. Ab Klasse 7 erfolgt eine schrittweise Differenzierung in einzelnen Fächern. Durch die Gestaltung des Unterrichts für Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Lernfähigkeiten in Form eines gemeinsamen Lernens, profitieren alle davon und voneinander. In diesem Verständnis ist die Erweiterung zur Schwerpunktschule logische Fortsetzung des Bildungsangebots der Georg-von-Neumayer-Schule. Seit dem Schuljahr 2015/2016 werden auch Schülerinnen und Schüler aufgenommen, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf besteht und deren Eltern die Schwerpunktschule als Förderort wünschen. Die Georg-von Neumayer-Schule will damit allen Schülerinnen und Schüler den Zugang zum gemeinsamen Lernen und zur sozialen Teilhabe in einem Regelsystem ermöglichen und erreichen, dass alle Lernenden von der Vielfalt ihrer Lerngruppe profitieren.

Alle an der Georg-von Neumayer-Schule im Team pädagogisch tätigen Fachkräfte orientieren sich am Leitbild der Schule, sowie bereits bestehenden Differenzierungs- und Teamstrukturen, um den Auftrag der Schwerpunktschule umzusetzen, der sich auf mehreren Ebenen abspielt. 

Haltung und Menschenbild: Das Leitbild unserer Schule gibt vor, dass Respekt, Toleranz und Offenheit gelebt wird. Durch das Vorbild der Lehrkräfte sollen die Kinder in der Schulgemeinschaft zu sozial rücksichtsvollen und toleranten Jugendlichen erzogen werden. Sie lernen, dass es selbstverständlich ist, dass jeder Mensch etwas anderes gut kann und nicht alle den gleichen Weg einschlagen und das gleiche Ziel erreichen müssen.

Schülerinnen und Schüler mit individuellen Förderbedürfnissen: Der Auftrag zur individuellen Förderung ist im Schulgesetz verankert und somit für alle Schülerinnen und Schüler zu beachten. Im System der Schwerpunktschule betrifft dies zusätzlich Jungen und Mädchen, die mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „Lernen“ unterrichtet werden und in unserem System zusätzliche Lern- und Hilfsangebote erhalten, die am gemeinsamen Unterricht orientiert sind. Individuelle Lernziele werden durch Förderplankonferenzen mit dem Kind gemeinsam festgelegt. Die individuellen Lernfortschritte orientieren sich an den Stärken der Kinder und werden individuell dokumentiert.

Unterricht inklusiv planen und durchführen: Lehrkräfte der Georg-von-Neumayer-Schule orientieren sich schon lange an Unterrichtsmethoden, die einen individuellen Zugang zu Lerninhalten für alle Kinder ermöglichen sollen. Es erfolgen Differenzierungsmethoden wie: Lernen an Stationen, an individuellen Lernplänen, Projektarbeiten usw. Gleichzeitig sieht ein umfängliches Methodencurriculum, das die Lehrkräfte in allen Klassen anwenden, auch einen erweiterten Lernzugang für alle Jugendlichen vor. Neue inklusive Unterrichtskonzepte, wie Lernen in Bewegung („Discemotorik“) oder Arbeiten mit Würfeln bereichern den Lernalltag für alle Kinder. Im Unterricht profitieren alle Kinder einer Klasse von einer verstärkten Präsenz zweier Lehrkräfte.

Interdisziplinäre Teamkooperation: Auch auf dieser Ebene organisierten sich die Lehrkräfte der Neumayerschule bereits vor Einführung der Schwerpunktschule. Klassenleitungsteams und Teamlehrer sowie der Austausch mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulleitung sorgten für das gemeinsame Tragen von Verantwortung in pädagogischen Fragestellungen. Das multiprofessionelle Team wurde nun mit Einführung der Schwerpunktschule durch Förderschullehrkräfte ergänzt, die sich auf unterrichtlicher und pädagogischer Ebene zusätzlich um die Förderung aller Schülerinnen und Schüler bemühen.

Wie sieht die konkrete Umsetzung im Unterrichtsalltag aus?

In regelmäßigen klassenbezogenen Teamstunden werden pädagogische Fragen von Klassenlehrkräften und Förderschullehrkräften gemeinsam geklärt. Sie bereiten Förderplankonferenzen, verbale Beurteilungen und Methoden zur Umsetzung individueller Lernwege gemeinsam vor. Dabei ist das Team bemüht, die Klasse im Ganzen im Blick zu behalten und die individuellen Förderangebote für alle zugänglich und profitabel zu gestalten.

Im Unterricht erfolgen durch die Doppelbesetzung abwechselnd Phasen

  • des gemeinsamen Unterrichtens (mit Bereitstellung unterschiedlicher Lernmaterialien)
  • des Assistierens, Ergänzens, Reflektierens
  • des Bildens von Kleingruppen
  • des Unterstützens einzelner Schülerinnen und Schüler

Dadurch dass Regellehrkräfte und Förderlehrkräfte pädagogisch eng und auf Augenhöhe kooperieren und für die Schülerinnen und Schüler zwei verlässliche Ansprechpartner darstellen, profitieren alle Kinder von „den zwei Lehrern“. Sprechen Sie uns zu weiteren Fragen gerne an oder informieren Sie sich auf dem Landesbildungsserver unter  https://inklusion.bildung-rp.de bzw. https://inklusion.bildung-rp.de/informationen-fuer-eltern.html

Dort erfahren Sie Umfängliches zur Umsetzung von Inklusion in Rheinland-Pfalz, zu rechtlichen Fragen und Schulabschlüssen.